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Die Textilwirtschaft (Ausgabe Nr. 18 vom
05. Mai 2005, S. 32-33) berichtet über die attraktive Möglichkeit
für karriereorientierte Abiturienten, bei P&C Düsseldorf
und Strauss Innovation ein Hochschul-Studium zu absolvieren:
Motivierte, karriereorientierte Abiturienten, für
die auch eine Ausbildung im Handel in Frage käme, entscheiden sich
meist für ein Hochschul-Studium. P& C Düsseldorf und Strauss
Innovation ziehen
diese attraktive Zielgruppe mit einer noch wenig bekannten Form der dualen
Ausbildung an.
Der Berufseinstieg war geglückt, die Arbeit im Verkauf sehr abwechslungsreich,
die Zukunft verheißungsvoll. Und dennoch: So ganz hatte sich Elena
Patten, die im Sommer 2002 bei
Peek&Cloppenburg in Dortmund eine Ausbildung zur Handelsfachwirtin
begonnen hatte, nie ganz von dem Gedanken verabschieden können, dass
sie eigentlich auch gerne studiert hätte. Heute, zwei Jahre später,
hat sich dieser Wunsch erfüllt, und die 21-Jährige steckt mitten
im zweiten Semester Betriebswirtschaft. Ihrem Arbeitgeber ist die angehende
Diplom-Betriebswirtin (FH) trotzdem treu geblieben. Elena Patten gehört
zu einer kleinen Gruppe von sieben Nachwuchsmitarbeitern von Peek&Cloppenburg
Düsseldorf und Anson's, die ein berufsbegleitendes Fachhochschul-Studium
absolvieren; eine neue Form der dualen Berufsausbildung im Unternehmen.
Fernstudium. Genauer gesagt handelt es sich beim Studiengang, für
den sich die Kommilitonen-Kollegen im letzten Jahr eingeschrieben haben,
um ein Fernstudium. Einen Großteil des Stoffes eignen sich die Studenten
im Selbststudium zu Hause an. In gemeinsamen Seminaren und Übungen
wird das Gelernte vertieft. Zu diesem Zweck fährt Elena Patten drei
Mal pro Semester für drei bis vier Tage zum
Präsenzunterricht" ins Bildungszentrum des Einzelhandels
Niedersachsen (BZE) in Springe. Das BZE hat den Studiengang mit Schwerpunkt
Retail ans Distribution", der im Hauptstudium eine
Spezialisierung auf handelsspezifische Fächer vorsieht, erst im vergangenen
Jahr in Kooperation mit der Fern-Fachhochschule Riedlingen ins Leben gerufen.
Zwischen den Präsenzphasen lernt
Elena Patten, die seit Jahresbeginn die Coordinates-Abteilung im Dortmunder
P&C-Haus mit sieben Mitarbeitern leitet, viel zu Hause. Zusätzlich
zu ihrem Vollzeit-Job. Jeden Tag, bevor sie zur
Arbeit geht, von 7 bis 8.30 Uhr, sitzt sie über Fachbüchern
und den Studienbriefen" genannten Lehrmaterialien, die sie
am Anfang jedes Semesters mit der Post erhält. An ihrem freien Tag,
dem
Donnerstag, meistens vier bis fünf Stunden. Und auch am Wochenende.
Eine Woche Urlaub ging im letzten Semester für eine Studienarbeit
drauf. Es ist toll, dass mir das Studium angeboten
wurde, aber es ist auch hart", berichtet die Tochter eines Lehrer-Ehepaars,
die später gerne einmal Einkäuferin/Verkaufsleiterin bei P&C
werden möchte. Im Prinzip hätte sie diese Karrierestufe auch
als Handelsfachwirtin erreichen können. Ohne die Doppelbelastung
durch Studium und Beruf. Ohne auf Hobbys und abendliches Ausgehen verzichten
zu müssen. Und ohne den Zwang, jeden Abend spätestens
um halb elf" zu Bett gehen zu müssen, weil sonst das ganze Pensum
nicht zu schaffen wäre. Ich hatte einfach den Wunsch, noch
mehr zu lernen", sagt Elena Patten, die sich verpflichtet hat, nach
dem Diplom einige Jahre im Unternehmen zu bleiben. Ich tue es auch
für
mich." Genau diesen Typus möchte der Düsseldorfer Bekleidungsfilialist
mit dem neuen Ausbildungsangebot für sich gewinnen, das ein Novum
auf dem deutschen Bildungsmarkt ist. Junge Leute, die laut P&C-Personalchef
Andreas Heller gleichzeitig karriere- und
bildungsorientiert" sind. Die sich nach dem Abitur nicht sicher sind,
ob eher eine duale Berufsausbildung oder ein akademisches Studium für
sie in Frage kommt und die dann doch meist an die Hochschulen abwandern.
Sie können jetzt bei P&C mit der Ausbildung zum
Handelsfachwirt beginnen und nach zwei Jahren ins Studium wechseln",
sagt Andreas Heller. Voraussetzung ist jedoch, dass die Kandidaten die
Prüfung zum Kaufmann/zur Kauffrau im Einzelhandel, die nach den ersten
beiden Jahren der Ausbildung zum Handelsfachwirt ansteht, mit
einer Zwei oder besser abschließen. Und sie müssen zur Spitze
ihres Ausbildungsjahrgangs, den besten 10 %, gehören. Andreas Heller
möchte damit bewusst Leistungsanreize für den Nachwuchs
im Unternehmen schaffen. Außerdem sei das Studium sehr anspruchsvoll.
Der hohe Anspruch scheint Interessenten jedoch nicht abzuschrecken, im
Gegenteil. Wenige Monate nach dem Start
entfaltet das neue Programm Anziehungskraft auch nach außen, obwohl
es im Bewerber-Marketing nicht überproportional" vermarktet
wird. Andreas Heller: Wir bekommen jetzt eine bessere Qualität
an Bewerbern."
Abendstudium. Während Elena Patten noch am Anfang ihres Studiums
steht, hat Katja Kröckel ihren Abschluss als Diplom-Kauffrau (FH)
nach sieben Semestern so gut wie in der Tasche. Auch Katja Kröckel,
die bei Strauss Innovation eine Ausbildung zur Kauffrau im
Einzelhandel absolviert hat und heute als Einkaufsassistentin in der Zentrale
des Filialisten in Langenfeld arbeitet, hat mit Unterstützung ihres
Arbeitsgebers ein berufsbegleitendes Fachhochschulstudium absolviert.
Allerdings kein Fern-, sondern ein Abendstudium. Zwei bis drei Mal die
Woche hat Katja Kröckel Vorlegungen in den Studienzentren der Fachhochschule
für Ökonomie & Management in Leverkusen und Essen gehört:
In der Regel dauert der Unterricht dort
von 18 bis 21.15 Uhr, samstags von 8.30 Uhr bis 15.45 Uhr. An Wochentagen,
wenn Vorlesungen anstanden, war die gebürtige Thüringerin meist
erst gegen 22.30 Uhr wieder zu Hause in Köln. Am
nächsten Morgen saß sie trotzdem wieder um 8 Uhr an ihrem Schreibtisch
im Büro. In ihrer Diplomarbeit über die Einführung
eines DPFR-Modells am Beispiel Strauss Innovation" hat sie untersucht,
unter welchen Voraussetzungen die Prognosetauglichkeit und damit die
permanente Warenversorgung im Herrenstrick-Bereich verbessert werden könnte.
Bei der Auseinandersetzung mit dem Logistik-Thema CPFR auf Englisch
collaborative planning, forecasting and replenishment", auf
Deutsch kooperative Planung, Prognose und
Bestandsführung" hat Katja Kröckel zwar herausgefunden,
dass es bis zur Umsetzung im Unternehmen noch ein Stück des Weges
ist. Gleichzeitig hat sie bei ihrer Diplomarbeit jedoch einen umfassenden
Überblick über das Sortiment des Hauses und die Leistungsfähigkeit
der Lieferanten gewonnen. Für das Tagesgeschäft und auf dem
Weg zu ihrem Traumberuf Einkäuferin kann dies nur von Vorteil sein.
Strauss Innovation bietet das berufsbegleitende Abendstudium, das in der
chemischen Industrie, im Finanz- und Immobiliensektor bisher weitaus bekannter
ist als in der Textil- und Bekleidungsbranche, seit knapp vier Jahren
an. Die Resonanz ist ebenfalls groß: Für die fünf bis
sechs Studienplätze, die der Filialist jedes Jahr in seiner Zentrale
mit Abiturienten oder jungen Leuten mit Fachhochschulreife besetzt, gehen
rund 200 Bewerbungen ein, sagt Tina Popis, Bereichsleiterin Personalentwicklung.
Professionalisierung. Irgendwann habe man festgestellt,
dass die übliche Form der dualen Berufsausbildung im Unternehmen
in Kombination mit der Berufsschule nicht mehr ausreichte, um Nachwuchsmitarbeiter
aus den eigenen Reihen für Positionen im Management zu qualifizieren,
erzählt die Diplom-Kauffrau. Sie selbst kam vor sechs Jahren zu Strauss
Innovation. Damals habe es nur wenige Kollegen mit akademischer Ausbildung
im Haus gegeben. Das hat sich mittlerweile geändert. Durch die Expansion
des Unternehmens von 40 auf rund 90 Filialen innerhalb weniger Jahre seien
die Anforderungen an die Mitarbeiter stetig gestiegen. Für Führungskräfte
werde es immer wichtiger, sich mit schnell wechselnden Sachverhalten auseinandersetzen
zu können und schnell Lösungen für neue Projekte zu finden.
Bevor Strauss Innovation das berufsbegleitende Abendstudium einführte,
gab es andere Formen der Ausbildung im Haus. Wir haben vieles ausprobiert",
erinnert sich Tina Popis. Das BA-Studium
zum Beispiel, bei dem die Studenten mehrere Monate am Stück an einer
Berufsakademie studieren und in Praxisphasen im Unternehmen arbeiten,
hatte im Vergleich zum Abendstudium den Nachteil,
dass die Studenten kaum in Projekten eingesetzt werden konnten.
Jetzt sind die Nachwuchsführungskräfte tagtäglich im Unternehmen,
lernen parallel zum akademischen Studium intensiv die Praxis kennen, wachsen
in ihre späteren Einsatzbereiche hinein und haben gute Chancen,
rasch verantwortungsvolle Management-Aufgaben übernehmen zu können.
Der Respekt der Vorgesetzten und der Personalentscheider ist den jungen
Leuten, die die erhebliche Doppelbelastung durch Beruf und Studium auf
sich nehmen, schon während der Ausbildung sicher. Sie sind
begeisterungsfähig, fachlich top und haben einen ganz weiten Horizont",
sagt Tina Popis. Das sind einfach tolle Leute."
Studieren und arbeiten
P &C Düsseldorf: Fern-Fachhochschulstudium in Kooperation mit
dem Bildungszentrum des Einzelhandels Niedersachsen (BZE), Springe, bzw.
der Fernfachhochschule Riedlingen. Dauer: zwei Jahre für die Ausbildung
zum Kaufmann/zur Kauffrau im Einzelhandel, sieben Semester für das
Studium. Abschluss als Diplom-Betriebswirt (FH) Fachrichtung Handel.
Kosten: 328 Euro/Monat, davon trägt P&C 50%, zusätzlich
die Kosten für die Aufenthalte am BZE in Springe.
Vergütung (in den ersten drei Jahren): 850, 950 bzw. 1700 Euro/Monat
brutto zzgl. Verkaufsprovision, Studiengebühren etc.
Strauss Innovation: Abendstudium an der Fachhochschule für Ökonomie
& Management in Essen, die Studienzentren vor allem in
Nordrhein-Westfalen unterhält. Dauer: circa 3,5 Jahr inklusive der
Ausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau im Einzelhandel in 1,5 bis zwei Jahren.
Abschluss als Diplom-Kaufmann/frau (FH). Kosten: Während der dualen
Berufsausbildung in den ersten beiden Jahren trägt Strauss Innovation
100 % der Studiengebühren in Höhe von 270 Euro/Monat, danach
135 Euro/Monat. Vergütung (in den ersten vier Jahren): 672, 768,
1559 bzw. 1596 Euro/Monat zzgl. Studiengebühren.
Ansprechpartnerin: Thekla Krammer
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