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Die Neue Deister-Zeitung vom 25. März
2006 berichtet über den Immobilienkauf des BZEs zum 1. April:
Wochenlang hatte Klaus Treichel beharrlich geschwiegen.
Gestern nun bestätigte der BZE-Geschäftsführer offiziell,
was die NDZ bereits vor 14 Tagen gemeldet hatte: Das Bildungszentrum übernimmt
zum 1. April das Nobis-Hotel an der Oppelner Straße. Ab September
sollen dort Handelsschüler unterrichtet und beherbergt werden. Einen
Hotelbetrieb wird es künftig nicht mehr geben.
Nach zähen Verhandlungen mit lange Zeit ungewissem Ausgang sei das
BZE seit wenigen Tagen Eigentümer der Immobilie, gab Treichel gestern
sichtlich erleichtert bekannt. "Der bisherige Besitzer hatte bis
dahin ein Rücktrittsrecht."
Nachdem im vergangenen Jahr festgestanden habe, dass das Nobis-Hotel aus
wirtschaftlichen Gründen vor der Schließung steht, "gab
es für uns dringenden Handlungsbedarf", so Treichel. Angesichts
von nur 284 eigenen Betten am Standort Springe - bei gleichzeitig rund
550 Weiterbildungsschülern - sei man ohnehin seit Jahren darauf angewiesen,
in Hotels und Pensionen der Region zusätzlicheÜbernachtungskapazitäten
anzumieten. Der Wegfall des Nobis-Hotels hätte die Lage nach Einschätzung
Treichels noch dramatischer werden lassen. Ein Ausweichen auf BZE-Standorte
in den neuen Bundesländern (s. Kasten) sei zuletzt kaum noch möglich
gewesen, weil auch dort die Auslastungsgrenze erreicht sei. "Der
Kauf des Nobis-Hotels schien uns da die ideale Ergänzung", machte
Treichel deutlich. "Die Zwangsversteigerung des Hotels abzuwarten,
hätte jedoch unseren Zeitrahmen gesprengt." In den kommenden
Monaten soll die Immobilie für die Bedürfnisse der Bildungseinrichtung
umgebaut werden. Aus dem bisherigen Speiseraum wird ein Hörsaal.
Drei weitere sollen laut Treichel in einem geplanten, 250 Quadratmeter
großen Anbau eingerichtet werden. Unterm Strich rechnet der BZE-Chef
noch mit Investitionen von mindestens 700 000 Euro. Zum Kaufpreis selbst
will er keine Angaben machen. Nur so viel: "Wir finanzieren das ohne
Kredite." Rund 100 Schüler sollen in dem künftigen "BZE
Haus 3" untergebracht werden. Treichel hofft auf eine Auslastung
von 85 Prozent. Eine Vermietung von Zimmern an Dritte wird es nicht mehr
geben, heißt es. Aus steuerlichen Gründen sei dies wegen der
Gemeinnützigkeit des BZE nicht zulässig. In Betrieb gehen wird
"Haus 3" voraussichtlich Anfang September. Das vorhandene Hotelpersonal
wird das BZE nichtübernehmen, allerdings sollen im Laufe des Jahres
acht bis zehn neue Jobs entstehen. "Wir haben das Gebäude lastenfrei
erworben", betont Treichel auch mit Blick auf einen angeblichen Pachtvertrag,
den der Springer Pflegeheimbetreiber Ralf Roddau für sich reklamiert
hatte.
Fakten
Expansion in Ostdeutschland und Österreich
Die Kundenliste ist lang: Karstadt, Peek & Cloppenburg, Dänisches
Bettenlager, KiK... Kein anderes Institut in Deutschland bildet mehr Führungsnachwuchs
im Einzelhandel aus als das BZE Springe. Dabei täuscht der Name:
Längst agiert das BZE nicht mehr ausschließlich am Deister.
1990, noch zu DDR-Zeiten, beteiligten sich die Springer bereits am BZE
Sachsen-Anhalt (Sitz in Magdeburg, 50 Prozent Gesellschafteranteile).
In Neukönigsaue bei Quedlinburg entstand 1998 ein Schulneubau mit
100 Betten. Weitere Beteiligungen haben die Springer an einem Bildungszentrum
in Neubrandenburg. Von den neuen Ländern aus erobert das BZE zunehmend
Märkte im ehemaligen Ostblock, in Russland, Polen, Moldawien und
neuerdings auch in Ungarn. Mit kleineren Standorten ist das BZE in Österreich
(in Salzburg, am Wolfgangsee und demnächst auch in Linz) vertreten
Ansprechpartner: Klaus W. Treichel
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