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Die Neue Deister Zeitung (Ausgabe 30.01.2008)
berichtet über die erfolgreichen Weiterbildungen für Arbeitslose
Raus aus der Statistik, rein ins Berufsleben
Neues Konzept beim BZE: Fortbildungen für Arbeitslose / Absolventen haben gute Berufsaussichten
Mit großem Erfolg führt das Bildungszentrum des Einzelhandels Niedersachen (BZE) Weiterbildungen für Arbeitslose
durch. Ein Jahr nach Einführung des neuen Programms zieht das BZE Bilanz: Mehr als 50 Prozent aller Teilnehmer
haben den Sprung zurück ins Berufsleben geschafft.
"Bei unserem viermonatigen Seminar bringen wir den Arbeitsuchenden bei, was einen Verkäufer 'einstellenswert' macht",
berichtet Kursleiter Dietmar Weissbach. Drei Monate werden die Teilnehmer im BZE-Gebäude Springe von sechs
Referenten in Bewerbungstraining, Lebensmittel- und Textilkunde, Unterhaltungselektronik und Verkaufstraining
unterrichtet.
Dabei beobachtet Weissbach immer wieder, dass die Erwerbslosen nicht nur im Seminar unterstützt werden müssen.
"Viele muss ich nach jahrelanger Arbeitslosigkeit erst wieder lebensfähig machen", erklärt der Diplom-Ökonom. "Oft
sind Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein nicht mehr vorhanden." Er fungiere durchaus schon mal als
Lebensberater und helfe Kursmitgliedern, die ein Alkoholproblem oder keinen Ehrgeiz mehr haben.
Im zweiten Teil der Fortbildung müssen sich die "Schüler" einen Praktikumsplatz suchen. Ein paar pro Kurs hätten
dabei erhebliche Schwierigkeiten, so Weissbach. "Zahlreiche Unternehmen vergeben Praktika", berichtet der Kursleiter,
"wir können zwar die Türen öffnen - aber durchgehen muss jeder selber."
Die Resonanz des zweiten Weiterbildungsseminars ist gut: Acht der 15 Seminarteilnehmer haben sofort nach Abschluss
einen Job gefunden. "Weitere werden folgen", ist Weissbach überzeugt. "Arbeitslosigkeit gibt es im Einzelhandel
nicht." Auch die Ausrede "zu alt" lässt er nicht gelten. Seine Teilnehmer sind zwischen 20 und 60 Jahre alt.
Martina Friedrich zum Beispiel war sieben Jahre erwerbslos. "Jetzt arbeite ich Vollzeit in einer Schmuckabteilung",
erzählt die 48-Jährige zufrieden.
Die Jobcenter schlagen dem BZE potenzielle Teilnehmer vor. 60 werden nach Springe zu Informationsveranstaltungen
geschickt und in Einzelgesprächen geprüft. Am Ende werden 20 ausgewählt. Ein paar Personen würden während der
Fortbildung aus Krankheits- oder Motivationsgründen ausscheiden. Die Kosten in Höhe von 1752 Euro übernimmt das
Jobcenter.
"Wir haben so viele Anfragen, wir könnten statt zwei Gruppen pro Jahr locker fünf machen", sagt Weissbach. "Aber
die Leute sollen eine reelle Chance haben." Er wolle die Arbeitslosen nicht nur vier Monate aus der Statistik holen,
sondern mindestens 50 Prozent in einen Job vermitteln. "Die Menschen sollen langfristig zurück ins Leben finden",
so Weissbach.
Seit über 40 Jahren bietet das BZE Fortbildungen an. In der Einrichtung werden jährlich 12 000 Schüler unterrichtet.
Die Hauptzielgruppe ist der Führungsnachwuchs. Das BZE kooperiert mit namhaften Firmen wie Lidl oder Douglas. Aber
auch in anderen Teilen Deutschlands und im Ausland ist das BZE tätig.
Am 23. Juni startet der nächste Kurs für Arbeitsuchende.
Ansprechpartner: Dietmar Weissbach
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