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Die Leipziger Volkszeitung (Ausgabe 21.06.2009)
berichtet über die Qualifizierung zum Handelsfachwirt
Abschied von der Ladentheke
Eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt qualifiziert für höhere Aufgaben
Der Handel ist bei jungen Menschen ein beliebtes Berufsfeld. Viele möchten aber nicht nur hinter dem Ladentisch stehen,
sondern irgendwann mehrere Shopping-Häuser betreuen, Marketingkonzepte für Supermärkte entwickeln oder mit Baumarkt-Großkunden
verhandeln. Wer sich beruflich weiterentwickeln möchte, kann sich zum Handelsfachwirt oder zum Handelsassistenten weiterbilden.
Berufsbegleitend oder in Vollzeit - mit der bestandenen Prüfung können sich einige Karrierechancen ergeben, was
perspektivisch mehr Geld verspricht. "Handelsfachwirte werden mit Führungsaufgaben oder qualifizierten Spezialistentätigkeiten
betraut", erklärt Jürgen Haag von der Akademie Handel aus Würzburg. Das schlage sich auch bei der Bezahlung nieder.
Umfragen bei ehemaligen Teilnehmern der Fortbildung hätten ergeben, dass fünf Jahre nach dem Abschluss das Gehalt im
Schnitt um etwa 600 Euro höher liege als zuvor. So seien die Kosten der Weiterbildung von meist mehreren Tausend Euro
schnell wieder erwirtschaftet.
2008 hätten rund 4900 Männer und Frauen die Prüfungen abgelegt, sagt Gordon Schenk vom Deutschen Industrie- und
Handelskammertag (DIHK) in Berlin. In der Regel verfolgen sie damit drei Ziele: "Ich will meinen Arbeitsplatz sichern.
Ich will mehr Geld verdienen und ich will Karriere machen", sagt Schenk. Wer Handelsfachwirt oder -assistent werden will,
kann an Berufs- und Fachschulen, Handelsakademien, Volkshochschulen oder zu einer privaten Einrichtung gehen. Auch das
Bildungszentrum des Einzelhandels (BZE) in Springe (Niedersachsen) hat sich darauf spezialisiert.
Handelsfachwirte kennen sich nach Worten von Vizedirektor Norbert Hitter sowohl im Einzelhandel als auch im Großhandel
aus. Die Fortbildung zum Handelsassistenten sei zwar gleichwertig, diese Experten legten ihr Hauptaugenmerk aber auf
den Einzelhandel, erläutert Hitter. Wer bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung und ein Jahr Erfahrung im Job habe,
lege die Prüfung zum Handelsfachwirt oder -assistenten bei berufsbegleitendem Lernen in der Regel nach 18 Monaten ab.
Für Abiturienten dauere es drei Jahre, weil sie zuvor eine Ausbildung zum Kaufmann/-frau im Einzelhandel machen müssten.
Auch Handwerker und Handelsfremde können sich qualifizieren. Sie bräuchten aber zwei Jahre Berufserfahrung im Handel. Für
diejenigen, diie sich später selbstständig machen möchten, empfiehlt Hitter den Handelsfachwirt. Wer noch mehr lernen will,
kann laut DIHK-Sprecher Schenk mit dem Betriebswirt noch eins draufsetzen.
Ansprechpartner: Norbert Hitter, Helge Anke
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