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Bundesweit einzigartiges Studienkonzept soll in Springe Schule machen



Springe (ric). Am Springer Bildungszentrum des Einzelhandels (BZE) wird im Frühjahr ein bislang deutschlandweit einzigartiges berufsbegleitendes Studienkonzept eingeführt. Es sieht drei Abschlüsse in nur viereinhalb Jahren vor ­ in Zeiten großer Firmeninsolvenzen neben weiteren Ideen eine Standortsicherung für die Bildungsstadt am Deister. BZE-Direktor Klaus Treichel und sein Vize Norbert Hitter stellten die Pläne gestern in einem Pressegespräch erstmals der Öffentlichkeit vor, noch bevor sie am 10. September dem Unternehmerverband bei seiner ersten Tagung in Springe überhaupt präsentiert werden. Nach dem sogenannten Berliner Modell können Abiturienten ab März in Kooperation mit einem Betrieb gleichzeitig die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann sowie ihren Handelsassistenten machen als auch per Fernstudium an der SRH-Hochschule ihren Bachelor of Arts erwerben. „So etwas gibt es im Handel bislang nicht in Deutschland“, sagt Treichel. „Wir betreten Neuland ­ auf der Basis vorhandener Kenntnisse“. Durch die Dreifach-Qualifikation werden Führungskräfte eineinhalb Jahre schneller ausgebildet als bislang ­ für das BZE gilt es, jetzt Firmen und Teilnehmer zu überzeugen.

Das Bildungszentrum ist für Springe ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor: Im vergangenen Jahr zählte es 84 000 Übernachtungen in der Deisterstadt in seinen drei Häusern mit 388 Betten. Auch das BZE spürt die Wirtschaftskrise: Durch Pleiten oder drohende Insolvenzen großer Ketten wie Karstadt, Hertie, SinnLeffers oder Woolworth sind allein zwischen 350 und 500 in Springe eingeplante Lehrgangsplätze frei geblieben, die Belegung der Häuser ist um neun Prozent zum Vorjahr gesunken. Hinzu kommt laut Treichel der Lehrstellenmarkt: Immer mehr Stellen im Handel bleiben unbesetzt, auch weil die Eignung der Bewerber oftmals nicht ausreiche. „Dabei geht es gar nicht unbedingt um Schulnoten, sondern vielmehr um charakterliche Eignungen.“ Das BZE wird sich zudem einer neuen Zielgruppe widmen: Frauen, 35 plus. „Firmen setzen auch auf motivierte Führungskräfte mit Berufserfahrung.“

 
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