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Die Neue Deister Zeitung (14. Januar 2003,
S. 11) berichtet von dem Besuch des "Schatten-Wissenschaftsministers"
Michael Buback im BZE in Springe:
Als Michael Buback das Foyer des "Bildungszentrums
des Einzelhandels" (BZE) betritt, dämmert es ihm. "Ich
bin mal mit dem Fahrrad durch Springe gefahren. Es war sehr bergig."
Anderthalb Stunden später weiß der Wissenschaftsminister aus
dem Schattenkabinett von CDU-Chef Christian Wulff: In der Deisterstadt
gibt es noch ganz andere hohe Hürden.
Im Rahmen einer Wahlkampfreise besuchte der parteilose Hochschullehrer
gestern zusammen mit Landtagskandidatin Gabriela Kohlenberg (CDU) das
BZE am Kurzen Ging. An den Kursen des Hauses nehmen jährlich 8000
Personen teil. Buback: "Ich möchte wissen, was verbessert werden
kann."
Ein Stichwort, auf das BZE-Direktor Klaus W. Treichel gewartet hatte.
Seit zehn Jahren kämpft er dafür, seinen Betriebswirten einen
Diplom-Abschluss geben zu können. In den Fachhochschulen ist das
kein Problem; und auch an der Berufsakademie in Baden-Württemberg
nicht. In Niedersachsen allerdings verhindern "rechtliche Hemmnisse"
(Treichel) den Abschlusstitel. Treichel, der jahrelang für die Christliche
Union im Springer Stadtrat gesessen hatte, sprach gegenüber Buback
eine klare Sprache: "Das wird draußen nicht akzeptiert. Niedersachsen
ist ein Standortnachteil."
Die Zahlen geben wieder: 1990 begann im BZE der erste Jahrgang von angehenden
Betriebswirten sein Studium; anfangs waren die Klassen immer voll besetzt.
In 2001 und 2002 allerdings musste der Kurs gänzlich ausfallen, weil
keine einzige Anmeldung mehr vorlag.
Das Hauptproblem sieht Treichel in den Betriebsräten und Personalabteilungen
der größeren Einzelhandelshäuser. Die würden Springe
momentan aus zwei Gründen ablehnen. Erstens: An der staatlichen Berufsakademie
in Baden-Württemberg ist die Ausbildung umsonst. Zweitens: In Baden-Württemberg
erhalten die Absolventen das begehrte Diplom.
Treichel: "Wenn Niedersachen en Diplom hätte, würden mehr
Leute kommen. Wir haben eine exzellente Ausbildung. Hier gehen Bomben-Leute
raus." Und zu Buback: "Ich persönlich hoffe, Sie zeichnen
später für die Wissenschaft in unserem Land verantwortlich.
Ich würde dann gerne wieder auf Sie zurückkommen."
Kommt die "Diplom-Diskussion" zu Beginn der neuen Legislaturperiode
nicht ins Rollen, will Treichel ein eigenes Diplom einführen, das
allerdings den Zusatz "BZE" tragen müsste.
Die Ausbildung der Betriebswirte hat auf den Standort Springe kaum wirtschaftliche
Auswirkungen. "Es geht vornehmlich ums Prestige", räumt
Treichel offen ein.
Ansprechpartner: Klaus W. Treichel
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