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Die Hannoversche Allgemeine Zeitung (Deister-Anzeiger vom 15. Januar 2003, S. 1) berichtet über den Besuch des "CDU-Schatten-Wissenschaftsministers im BZE in Springe:

Weil das Bildungszentrum des Einzelhandels (BZE) kein Diplom verleihen darf, hat sich seit 2001 kein einziger Schüler für den Ausbildungsgang zum "Betriebswirt (BA)" angemeldet. Dies Problem kam zur Sprache, als der "CDU-Schatten-Wissenschaftsminister" Michael Buback im Zuge des Landtagswahlkampfs Springe besuchte.
"Ich versuche, alle Universitäten und Fachhochschulen in Niedersachsen zu besuchen", sagte Buback, "aber ich besuche nur eine einzige Berufsakademie: das BZE in Springe." BZE-Direktor Klaus W. Treichel wusste die Ehre zu schätzen und die Gunst der Stunde zu nutzen. Er sprach ein seit Jahren heiß diskutiertes Problem an: das fehlende Diplom. Weil das BZE kein Diplom für den dreijährigen Lehrgang Betriebswirt verleihen darf, kommen nach zehn Jahren erfolgreicher Arbeit seit 2001 keine Schüler mehr. Ein wirtschaftliches Problem ist das nicht, denn das BZE ist mit 8000 Teilnehmern im Jahr gut ausgelastet. Doch der mit 25 Teilnehmern pro Jahrgang hochspezialisierte und kompakte Lehrgang, den Teilnehmer aus allen Bundesländern besucht hatten, fehlt nun in der Bildungslandschaft.
Vom Wissenschaftsrat sei dem BZE wiederholt das Diplom verweigert worden. Dabei hätten sich die Fachleute nicht an der lediglich dreijährigen Ausbildung gestört, versicherte Treichel - zur Überraschung von Buback. Die Genehmigung scheiterte an ganz formalen Kriterien. Beispielsweise sei vorgeschrieben, dass 42 Prozent der Hochschullehrer fest angestellt sein müssten. Das könne sich das private Institut, vom Einzelhandel finanziert wird, nicht leisten, betonte Treichel. Die schärfste Konkurrenz sei die Berufsakademie in Baden-Württemberg: Diese dürfe ein Diplom verleihen, denn sie werde vom Land gefördert, könne sich fest angestellte Professoren leisten und müsse keine Studiengebühren erheben. Deshalb schicken die Arbeitgeber, die den Lehrgang im BZE finanzieren müssten, die Schüler lieber nach Baden-Württemberg. Auch die Betriebsräte winken ab, so Treichel, wenn Arbeitnehmer im BZE geschult werden sollen. "Die wollen auch, dass die Teilnehmer mit einem Diplom abschließen."
Er habe die Hoffnung aufgegeben, dass mit den derzeitigen "Köpfen" im Wissenschaftsministerium noch eine Lösung zu finden sei, meinte der BZE-Direktor. "Ich sehe in der Kooperation mit einer Fachhochschule die größten Chancen", meinte Buback. Dies wurde von Treichel jedoch zurück gewiesen, denn entsprechende Versuche in den vergangenen Jahren seien nicht gut verlaufen. "Wenn Sie Ihr Konzept überzeugend darlegen können und die Qualität vergleichbar ist: An mir soll das Diplom nicht scheitern", sagte Buback. Falls der Machwechsel in Niedersachsen nicht gelingt, will Treichel ein "BZE-Diplom" einführen, kündigte der Direktor an.

Ansprechpartner: Klaus W. Treichel

 
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